Aus dem geheimen Tagebuch:

29.-31.10.09: Saarbrücken, Karlsruhe, Pratteln

03.11.2009 22:00 von Johanna von der Vögelweide

Hurra Hurra, die Pest ist da, wir haben noch 3 Tage!

Das jedenfalls dachten wir uns, als wir am Donnerstag in Saarbrücken eintrafen.

So ziemlich alle anwesenden Musiker hatten in irgendeiner Weise irgendeine Rüsselgrippe und wir hatten noch genau drei Tage Tour vor uns. Also beschlossen wir das Beste daraus zu machen und die Tage nochmal richtig Gas zu geben.

 

Irgendwelche lustigen Geister hatten unseren Backstageraum etwas umdekoriert. Nachdem wir den Teppich wieder ausgerollt und das Sofa zurück auf den Boden gepackt hatten, hatten wir auch wieder Zugang zum Kühlschrank. Beim gemeinsamen Abendessen hatte Alea sein alkoholfreies Bier gegen eine Tasse Tee mit Honig getauscht. Lasterbalk klagte über furchtbare Ideenlosigkeit und ließ sich vom Knappen mit Stoff für seine Märchenstunde versorgen. Schließlich war es Zeit für uns auf die Bühne zu gehen. Das Publikum zu Saarbrücken war für die frühe Stunde doch recht gut gelaunt, sodass wir uns voller Freude durch unser Programm rockten.

 

Einige Stunden später fielen endlich die schweineberüsselten Mittelaltermusikanten im Hotel ein. Übrigens ist Saarbrücken kein sonderlich parkfreundliches Pflaster für verlängerte Tourkutschen... Überall Parkverbote, Einbahnstraßen und Anwohnerparkplätze! Naja, zumindest gabs ne lustige Bar im Hotel. Und das zweite Bier sollte umsonst sein. Das zweite? Also muss man quasi zwei Biere bestellen und eins bezahlen. Sehr schön. Später weitete die Bardame das Angebot auch noch auf Havanna-Cola aus. Bingo!

Leider war der restliche Verlauf der Nacht für mich dann doch nicht mehr so lustig. Da alle Musiker schweineberüsselt irgendwann ins Bett gegangen waren landete ich auf der Party der saltatischen Techniker. Nach einigen lustigen Geschichten gingen die Jungs aber direkt zu technischen Fachgesprächen über. Die neuesten 360° drehbaren Lampenmodelle, verschiedene Möglichkeiten gegen die zischenden Becken von Lasterbalks Schlagzeug anzugehen... Ööööööde! Trotz reichlichem Havanna Angebot wurde ich schnell seeeehr müde und verkroch mich ins Bett.

 

Am nächsten Morgen beim Frühstück trafen sich alle Feuerschwänze wieder. Alle? Nein, denn Sir Lanzeflott unser Morgenmuffel hatte mal wieder verschlafen. Also liefen wir schon mal ohne ihn los zur Tourkutsche, die aufgrund der fehlenden Parkmöglichkeiten wahnsinnig weit weg vom Hotel stand. Eigentlich war der Plan Sir Lanzeflott zu erschrecken und zu mehr Disziplin anzuhalten, aber irgendwie kam die Botschaft wohl nicht so ganz an. Lanzeflott rächte sich nur an uns indem er einen Döner mit ins Auto brachte. Knoblauchalarm! Bääääh....

 

Die Fahrt heute war angenehm kurz. In Karlsruhe angekommen hatten wir zunächst Probleme den Club zu entdecken, fanden aber schnell raus, dass dieser nicht überirdisch sondern unterirdisch in einem alten U-Bahn Schacht zu finden war. Bis auf die Techniker waren noch keine Saltaten anwesend, und so konnten wir erstmal in aller Ruhe über das Buffet im Backstage herfallen. Der Prinz gab uns allen einen Schnellkurs im Sandwich bauen. Dann wurde die Idylle dummerweise vom saltatischen Tourmanagement gestört, das uns nicht sehr freundlich aufforderte unsere Tourkutsche umzuparken weil wir die Ladezone blockierten... Da ich vor lauter Kreuzung keinen Parkplatz sah, übernahm unser Knappe das Umparken. Nachdem auch dieses Hindernis beseitigt war, machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Das lag geschickterweise direkt nebenan. Wir nutzten die Zeit um uns noch mal eine Runde auszuschlafen und trafen bald darauf deutlich erholter im Club zum Soundcheck ein.

 

Heute waren wir ja das erste mal in Karlsruhe und kannten demzufolge noch nicht so gut aus. Trotzdem hatten wir extrem gute Laune. Euphorisch begrüßte der Hauptmann das Volk: "Liebe Badenserinnen und Badenser! Was tut ein Ritter wohl am liebsten?" "Baden!" Über diese Antwort waren wir dann doch etwas verwirrt. Lasterbalk dagegen lachte sich halb tot und erklärte uns, dass wir gerade versehentlich unser Publikum beleidigt hatten...

Der weitere Abend verlief für mich eher ruhig. Ich war müde und ging ins Bett. Nur der Prinz und unser Marketender Meister Simon vertraten die Feuerschwänze noch auf der offiziellen Aftershowparty.

 

Am nächsten Tag gings ja ab in die Schweiz. Auch eine nicht allzu lange Strecke, und so nutzten wir die Zeit richtig lange auszuschlafen. Acht Stunden Schlaf hatte ich auf Tour glaub ich noch nie! Frisch gestärkt ging’s ab über die Grenze. Die Schweizer Zöllner waren zwar nett aber schwer bewaffnet, was uns doch etwas nervös machte. Trotzdem ging’s recht schnell und drin waren wir! Im Z7 trafen wir nicht nur die Saltaten sondern auch unsere Freunde von Schelmish wieder. Auch die waren leicht schweineberüsselt und hatten Fenchelhonig im Gepäck. Also eine Runde mit heißem Tee angestoßen, lustige Geschichten und Neuigkeiten ausgetauscht... Der Abend war speziell für uns recht lang, waren wir doch heute nicht die Vor- sondern die Nachgruppe. Die acht Stunden Schlaf zeigten trotzdem ihre Wirkung, sodass ich auch um Mitternacht noch keinerlei Müdigkeit verspürte. Ganz wichtig, denn für den Umbau musste man heute wirklich auf Zack sein. Als Alea von der Bühne ging, berichtete er uns erstmal wie unglaublich müde das Publikum doch gerade sei. Seeehr ermutigend! Der Prinz und ich versorgten die erste Reihe erstmal mit Getränken und bemühten uns, die Leute wieder aufzuwecken. Als wir schließlich unser Programm begannen, war von Müdigkeit im Publikum nicht mehr viel zu spüren. Gemeinsam gaben wir also noch mal richtig Gas und feierten und tanzten mit den Schwizerinnen und Schwizern. Dem schlossen sich unsere Freunde von Saltatio Mortis doch glatt an und begingen mit uns (unterstützt von Luzi von Schelmish) einen fulminanten Bärentanz. Später brachten die Jungs uns zum Pesttanz noch ein Gastgeschenk in Form ihrer mit Tape umwickelten Lichtazubine und tanzten und pogten noch gemeinsam über unsere Bühne. Ein wirklich lustiger Abschluss einer lustigen, wenn auch viel zu kurzen Tour.

 

Da der Veranstalter uns irgendwann per Feuerwehrschlauch aus dem Gebäude treiben wollte, zogen wir doch noch zusammen ins Hotel um. Lasterbalk bot sich an mit Luzi ein paar Bier zu trinken und lud gleich noch die ganze Bande in dessen Hotelzimmer ein. Armer Luzi... Übrigens werde ich mir den Tag rot im Kalender anstreichen, denn Alea ließ sich von mir einen Havanna Club mischen. Und sogar die Techniker redeten dieses Mal nicht andauernd über Bassfrequenzen und Lautstärkeregelungen. Irgendjemand vom Hotel beschwerte sich natürlich noch über die Lautstärke und drohte damit, die Polizei zu holen. Nach den Erlebnissen der letzten Zeit beeindruckte das aber niemanden mehr wirklich...

 

Die drei Tage hatten wir also wirklich gut genutzt und keine Sekunde verschwendet.

 

Vielen Dank liebe Saltaten für eine ganz wunderbare Zeit!

 

Für den geilen Haufen,

Johanna von der Vögelweide

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von kath | 10.11.2009

"Nur der Prinz und unser Marketender Meister Simon vertraten die Feuerschwänze noch auf der offiziellen Aftershowparty."

Und der Rest von euch hat was verpasst... ;-)

Kommentar von kumquats | 19.11.2009

Danke Johanna für Deine amüsanten Berichte.
Ich war in den Konzerten in München und in KA.
Welch ein Unterschied!!!
Nicht wegen der immer Alles gebenden Spiellaune von Euch oder von SaMo!
Das Publikum macht schon enorm was aus.
Und von wegen Aftershowparty in KA hast Du GAR NIX verpaßt :-) Weil, da war nix.

Kommentar von WiZo | 19.11.2009

Ich werde mal schwer hoffen, wir feiern in Stuttgart wieder zusammen. In Pratteln im Hotel wars mit 15 Leuten im Zimmer zwar recht eng, aber alles in allem wars schon sehr lustig.
Auf ein gelungenes Konzert in Stuttgart und eine gemütliche Feier danach ;-)
*
*
Was ist die Summe aus 2 und 9?*