Aus dem geheimen Tagebuch:

26.-30.12.2011: Bremen, Bochum, Fürth, Bielefeld, Potsdam

03.01.2012 23:43 von Johanna von der Vögelweide

Die Eisheiligen Nächte!

Sicherlich ein Höhepunkt des Feuerschwanz Jahres waren die Eisheiligen Nächte, zu denen wir von unseren Freunden von Subway to Sally eingeladen worden waren.

Ganz wie richtige Rockstars hatten wir uns für die nächsten 5 Tage Tour einen Nightliner bestellt, worauf wir uns auch schon sehr freuten. Nicht ganz so erfreulich war dafür die Aufstehzeit am ersten Morgen: 5:00 Treffen zum Laden, 6:00 Abfahrt. Unser Busfahrer war pünktlich und gut gelaunt, der Haufen, vor allem Sir Lanzeflott, noch etwas verschlafen. Zum Glück durften wir alle gleich in unsere Kojen klettern, um noch etwas Schönheitsschlaf nachzuholen. Gut ausgeruht kamen wir Stunden später in Bremen an. Dort machten wir uns erst einmal an die Erkundung der Halle. Diese war ziemlich groß, überall wuselten fremde Menschen herum und taten wichtige Dinge, doch waren alle sehr auskunftsfreudig und hilfsbereit, sodass wir doch recht bald einen Überblick über die Lage bekamen. Wichtigster Raum und allgemeiner Treffpunkt war natürlich das Catering, wo es jede Menge lecker Essen gab. Dann mussten wir aber auch schon zum Aufbau und Soundcheck auf die Bühne, sodass erst einmal nur wenig Zeit für Gespräche mit den Kollegen von Tanzwut, Fiddlers Green und den Subways blieb. Gespannt fieberten wir nun unserem Auftritt entgegen, Eric Fish kündigte uns an und machte schon mal ein bisschen Stimmung für uns, dann enterten wir die Bühne, ein voller Saal und ein gut gelauntes Publikum erwarteten uns! Leider war unsere Mieze Musch Musch jahreszeitentypisch noch etwas verschlafen, ließ sich an der Seite eines netten bremer Katers dann aber doch zum Tanzen animieren. ;-)

Gerade waren wir so richtig warm gelaufen, da mussten wir auch schon wieder von der Bühne. Als Belohnung gabs ne Flasche Havana für die Band und zwei Flaschen Sekt für die Crew, welche allerdings von unserem Mischer Felix dem Unbezwingbaren restlos vernichtet wurden. Zum Glück ist er so unbezwingbar wie er ist, ich wäre wahrscheinlich direkt in die Koje gefallen. Sehr nett fanden wir übrigens auch die örtlichen Barleute, die uns nach dem Konzert nicht nur zu einigen Runden Schnaps einluden, sondern uns auch mit lustigen Geschichten über Land und Leute unterhielten. Leider konnten wir nicht ewig bleiben, denn unser Busfahrer Herb blies irgendwann zum Aufbruch. Da wir uns allerdings von daheim reichlich Heimatbier mitgebracht hatten, tat das der guten Laune keinen Abbruch und die Party wurde einfach in den Bus verlegt.

 

Als ich etwas später in meiner Koje erwachte, standen wir schon in Bochum. Da Herb einen sehr angenehmen Fahrstil hat, hatte ich von der Fahrt im Schlaf nicht viel mitbekommen - man geht in der einen Stadt ins Bett und wacht in der nächsten auf, ein sehr merkwürdiges Gefühl... Wir hatten noch jede Menge Zeit, und so gingen Hans, unsere Mieze und ich noch in ein nicht weit entferntes Wellness Bad um uns mit Whirlpool und Saunalandschaft so richtig zu verwöhnen und zu entspannen. Einige Stunden später setzte uns der Taxifahrer, von dem wir übrigens erfuhren, dass es in Afghanistan 23 verschiedene Sorten Weintrauben gibt, wieder an der Ruhrkongresshalle ab, vor deren Toren sich schon die ersten Fans tummelten. Die Crew hatte während unserer Abwesenheit schon ausgeladen und das meiste war schon aufgebaut, sodass es nicht mehr viel zu tun gab, außer sich am Catering gütlich zu tun und den Veitstanz zu üben, den wir an diesem Abend mit 4 Geigern auf die Bühne bringen wollten. Dann ein schneller Feuerschwanz Soundcheck, ein schneller Geigenpower Soundcheck, und dann stand auch schon wieder unser Auftritt an. Die Stimmung war wenn überhaupt möglich noch besser als am Vortag, vielleicht hatten wir uns inzwischen auch schon etwas mehr an die Hallengröße gewöhnt, nur leider ging auch dieser Auftritt wieder viel zu schnell vorbei. Zum Glück hatte ich ja noch eine zweite Chance auf die Bühne zu kommen. Ganz überpünktlich versammelten Tobi, der Herr Stolz und ich uns hinter der Bühne, um auch ja unseren Einsatz nicht zu verpassen. Tatsächlich klappte alles wunderbar, vier Mal Geigenpower zum Veitstanz und dazu super Stimmung aus dem Publikum... Wir waren jedenfalls glücklich.

Vor lauter Übermut beschlossen Hans und ich noch unsere Mitmenschen an unserem Glück teilhaben zu lassen, und so packten wir den grünen Geiger mitsamt seiner grünen Geige in unseren Tourbus. Allerdings hatte er bei uns durchaus keine so schlechte Zeit wie gewisse Bilder auf Facebook vermuten lassen, es gab schließlich immer noch genügend Heimatbier bei uns, außerdem hatte unser Busfahrer Geburtstag und er hatte von uns eine Torte und wir von ihm Schnaps bekommen, sodass durchaus für eine nette Party gesorgt war. Solidarischerweise spielte sich die Hälfte der Party natürlich in der Fahrerkabine ab, wo man auf einem ausgeklappten Bett sitzend gute Musik, gute Gespräche und eine gute Aussicht auf die nächtliche Straße genießen konnte. Und bei unverhofften Bremsmanövern hörte man oben die Bierflaschen umfallen. Eine wundervolle Nacht! ;-)

 

Am nächsten Morgen wachten wir vor der Stadthalle in Fürth wieder auf. Wir waren verhältnismäßig pünktlich aufgestanden, da wir noch einen Ausflug ins Fürhtermare geplant hatten. Um dem Geist der Eisheiligen Nächte gerecht zu werden, packten wir neben Tobi noch Holly D. von der Letzten Instanz ein (die Subways mussten leider schon arbeiten) und machten einen bandübergreifenden Bade- und Saunaausflug. Lanzeflott stellte dabei den Tagesrekord in der Hochgeschwindigkeitsrutsche auf, und wer lange genug in Salzsole, Dampfbad und Sauna entspannt hat, bekommt mit Sicherheit auch keinen fiesen Tourschnupfen mehr!

Als wir zurück kamen, stellten wir zum einen fest, dass unser Bus jetzt unten am Fluss stand, zum anderen, dass unsere fleißige Crew zusammen mit einigen fleißigen Helfern schon das ganze Equipment über die steile Treppe nach unten geladen hatte und wir wieder nur noch aufbauen und losspielen mussten. Außerdem war auch heute das Essen wirklich wahnsinnig gut, ein richtiges Musiker-Verwöhnprogramm, dass ich so auch noch nicht hatte.

Wahnsinnig gut fand ich auch unseren - wieder mal viel zu kurzen - Auftritt, Heimspiel eben, das ist doch immer wieder etwas ganz Besonderes für uns!

 

Als ich wieder aufwachte, befanden wir uns in Bielefeld. Angeblich soll es diese Stadt ja garnicht wirklich geben, und so beschloss ich, nachdem ich das Frühstücksbuffet lange genug erkundet hatte, noch eine Runde das Rätsel um diese Stadt zu erforschen, und lief auf gut Glück los. Leider verlief ich mich irgendwann total und kam erst nach über zwei Stunden nur zur Halle zurück, weil das örtliche U-Bahn Netz direkt am Ringlokschuppen vorbei führte. Leider konnte ich nirgendwo ein Ortsschild oder sonst ein Schild mit der Aufschrift "Bielefeld" finden, aber ich war jedenfalls in einer Stadt mit vielen Leuten, vielen Geschäften und Wohnvierteln und einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz. Allerdings war es inzwischen schon so spät, dass ich meine schmerzenden Füße garnicht richtig ausruhen konnte, denn unser Lichtler Martin der Megahelle beorderte mich schon zum Soundcheck auf die Bühne. Nach unserem 30minütigen Auftrittsquickie legte ich mich dann doch nochmal kurz aufs Ohr um fit für den inzwischen schon zum Ritual gewordenen Gastauftritt zum Veitstanz zu sein. Heute mal mit nicht nur Geigenpower, sondern Geigen vs. Dudelsack Power. Auch nicht schlecht!

Im Anschluss entwickelte sich im Backstage noch eine nette kleine Aftershowparty, im Zuge derer es wieder zu diversen Reisegruppenumformierungen kam - der Prinz ging ins Hotel mit den Fiddlers, Tobi und Frank durften dafür bei uns mitfahren, das Heimatbier genießen (es war immer noch nicht alle, aber wir hatten auch einiges dabei!), und fern ihrer eigenen Band mal richtig kräftig feiern. Zum Glück hatte Herb schon vorher alle Teppiche im oberen Stockwerk des Busses entfernt, sonst wären die jetzt sicherlich ziemlich bierdurchtränkt...

 

Als ich am nächsten Morgen schon wieder in einer anderen Stadt erwachte, wunderte ich mich erst einmal über den merkwürdig geformten Berg neben der Halle. Tatsächlich waren wir direkt neben dem Filmpark Babelsberg gelandet, und der Berg war wohl irgendeine alte Kulisse. Etwas verwundert machte ich mich auf den Weg die Halle und das Catering zu erkunden, was dieses Mal aber etwas länger dauerte, da die Halle sehr groß und alle Wege sehr weit waren. Wir alle waren ob der durchzechten Vornacht noch furchtbar müde und verkatert und verschliefen den Großteil des Tages, bis wir an der Reihe mit Aufbau und Soundcheck waren. Inzwischen lief alles sehr routiniert ab, ich wusste nun auch, wer die wild wuselnden Leute der verschiedenen Crews so alles waren und für was sie jeweils zuständig waren. Eigentlich hätte ich jetzt noch gut und gerne weitere 5 Tage so touren können, aber heute war tatsächlich schon wieder die letzte Eisheilige Nacht 2011 angebrochen. Die Halle war noch größer als sonst und gut gefüllt. Wir genossen unseren letzten Auftritt 2011 in vollen Zügen. Herb rockte als Kater an der Seite unserer Mieze die Bühne und die Subway Crew hatte unsere "Wir lieben Dudelsack" Schilder umbeschriftet, jetzt stand da "Frozen Pussy" und "Eismumu" (was, wie ich erfahren hatte, die liebevollen Kosenamen der Subway Crew für uns sind) und zu guter letzt noch "Hallo Bielefeld" (warum auch immer). Dafür ließen wir es beim Veitstanz nochmal so richtig krachen, mit noch mehr Dudelsäcken (der Prinz wollte doch die ganze Zeit über mal mitmachen) und noch mehr Power. Ziemlich wehmütig kletterten wir später in unseren Bus zurück, nach all den Tagen fiel der Abschied von all den lieb gewonnenen Menschen dann doch recht schwer...

 

Inzwischen sind wir alle wieder gut in der Heimat angekommen, sind wieder ausgeschlafen und erholt.

Tausend Dank an Subway to Sally & ihre geile Crew, die Letzte Instanz, Tanzwut und Fiddlers Green und natürlich auch an Mehmet, Martin, Felix, Tim und Simon für die besten 5 Tage des Jahres! :-)

 

Jetzt heißt es für den Haufen erstmal ganz fleißig sein, denn im stillen Kämmerlein laufen die Arbeiten an einem neuen Silberling schon auf Hochtouren, bevor dann im März der zweite Teil unserer Wunsch ist Wunsch Tour ansteht. Wir freuen uns auf euch!

 

Metvolle Grüße,

Johanna von der Vögelweide

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Kommentar von Micha | 10.01.2012

Es war ne geile Woche, zwar ohne Bühnenmet, dafür mit viel guter Musik und Spass. Ihr habts Beste draus gemacht, den Abend eröffnen zu dürfen.
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