Aus dem geheimen Tagebuch:

23.7.2011: Veldenstein Festival

05.10.2011 18:05 von Johanna von der Vögelweide

Der Haufen auf Abwegen

Burg Feuerschwanz, Samstag früh um 10:00. Ein noch etwas verschlafener, aber top motivierter Haufen hat sich gerade eingefunden, um brav die Tourkutschen zu beladen. An was man da auch alles denken muss: T-Shirts, CDs, Instrumente, Metmaschine, Miezen... Noch schnell die Mixtur für die MAMA besorgt (das macht der Prinz immer persönlich!), und dann geht es endlich los nach Neuhaus an der Pegnitz. Dort erwartet uns schon eine unserer Lieblings-Festivalburgen. Fleißige Helferlein packen sofort mit an, und schnell ist alles ausgeladen, ein Gabelstapler fährt die Kisten mit Shirts und CDs nach oben zu den Ständen, und wir können gemütlich in den Backstage einziehen. Auch das Catering ist wirklich wieder mal spitze, vom guten Veldensteiner Bier ganz zu schweigen. An den ständig gut gefüllten Kühlschränken ist schon so mancher Spielmann gescheitert, der großmäulig versucht hatte, diese leerzutrinken. Jetzt noch die netten Kollegen begrüßen, und irgendwann hieß es dann sich für die Bühne fertig zu machen. Auch der Umbau ging heute richtig geschmeidig, sodass wir sogar vor der Zeit unser Konzert beginnen konnten. Unsere MAMA bereitete dem trinkfreudigen Festivalvolk richtig viel Freude. Nach dem Konzert gingen Mieze Musch Musch und ich nicht durch den Geheimgang hinter der Bühne zurück nach oben in den Backstage, sondern kletterten ganz mutig über eine Leiter an der Burgmauer hoch zum Verkaufsstand, wo wir schon von einer ganzen Menge an Leuten zum Autogramme schreiben erwartet wurden. Nach getaner Arbeit ging es dann zum entspannteren Teil über. Mit lecker Bier auf der Burgmauer über der Menge konnten wir die letzten Konzerte in Ruhe genießen. Der Knappe hatte es irgendwie geschafft, eine große Flasche Havanna Club aufzutreiben, die er in seiner Jackeninnentasche versteckt herumtrug und damit jeden Spielmann, den er finden konnte, abfüllte. Der Hauptmann war schließlich der erste der müde wurde und ins Hotel zog, das in etwa 20 Minuten Laufweite lag. Irgendwann später wollte der Rest nachziehen, nur der Knappe und Lanzeflott wollten noch dableiben und feiern. So grob meinten wir den Weg auch noch zu kennen - doch dann stießen wir im Dorf auf eine Baustelle, die uns etwas verwirrte. Ging es nun rechts oder links lang? Irgendwie sah alles ganz anders aus. Und auf einmal standen wir ein einer Sackgasse. Was nun? Ich entschied mich, Hans den Aufrechten anzurufen, der schon heimgefahren war, und die moderne Technik des Internets zur Verfügung hatte. Hans versuchte nun rauszufinden, wo wir gelandet waren, und wo wir denn nun lang laufen sollten. Dann fragten wir noch ein paar vorbeifahrende Ordnungshüter, die uns aber auch nicht so richtig helfen konnten, und schlussendlich gelang es uns, einen sehr netten Eingeborenen zu becircen, der uns den ganzen Weg zum Hotel geleitete. Vom Hotel aus konnte man oben die Burg sogar sehen, trotzdem waren wir fast zwei Stunden durch die Nacht geirrt... Als Belohnung noch ein Gute Nacht Bier getrunken und dann nichts wie ab ins Bett... Denkste! Denn gerade als wir eingeschlafen waren, kamen der Knappe und Lanzeflott herein gestolpert. Diese hatten leichte Mühe ihr Bett zu finden. Zudem hatte sich der Prinz in seinem Doppelbett so breit gemacht, dass der Knappe kaum Platz finden konnte. Lanzeflott wiederum suchte verzweifelt nach einem Kopfkissen, und versuchte die von mir und den Miezen wegzunehmen. Kurzzeitig entbrannte eine hitzige Diskussion im Zimmer, irgendwann hatte aber doch noch jeder einen Schlafplatz und Bettzeug gefunden, sodass endlich, endlich Ruhe einkehrte...

Morgens wurde erstmal richtig lange ausgeschlafen, nach einem ausführlichen Katerfrühstück gings mit Sonnenbrille auf der Nase dann wieder Richtung Heimat...

Was für ein Tag!

 

Metvolle Grüße,

Eure Johanna

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