Aus dem geheimen Tagebuch:
23.-24.10.09: München, Wien
27.10.2009 12:05 von Johanna von der Vögelweide
Ein unvergessliches Wochenende
Als wir an diesem Freitag Nachmittag in München ankamen wirkte alles noch ganz harmlos. Etwas verplant stiefelten wir durch die Gegend und wären fast bei Cannibal Corpse in der Backstage Halle gelandet, kriegten aber noch gerade rechtzeitig die Kurve und fanden unseren Weg zu unseren Freunden von Saltatio Mortis. Dort war wie immer alles beim Alten: Alea trainierte in unserem Umkleideraum und berichtete stolz, dass sein Oberkörperumfang schon wieder um einige Zentimeter gewachsen sei, während die saltatischen Techniker lieber mit dem Knappen und unserem Marketender Meister Simon zum Konzert der Band nebenan gegangen wären. Schließlich schafften wir es aber gerade noch rechtzeitig mit den Vorbereitungen fertig zu werden um pünktlich auf die Bühne zu kommen. Der Saal war heute bis auf den letzten Platz ausverkauft und entsprechend gut vorgewärmt. Der Prinz ließ es sich trotzdem nicht nehmen, mit dem gut gelaunten Münchner Volk einen Lindwurm zu tanzen, einmal zur Frauentoilette und wieder zurück. Nach schweißtreibenden aber lustigen und viel zu kurzen 45 Minuten verließen wir schweren Herzens die Bühne schon wieder und kühlten uns mit einigen Bieren ab. Bis hierhin war immer noch alles völlig harmlos und beim Alten.
Einige Stunden später kam ein gut gelaunter Haufen Feuerschwanz mit einem ziemlich aufgekratzten Haufen von Saltatio Mortis im Hotel an. Statt der üblichen kuscheligen Doppelzimmeraufteilungen gab es heute nur 8er und 5er Zimmer. Elsi und Samoel machten sich auf die Suche nach einem Partyzimmer, welches auch schnell gefunden war und umgehend von den Feuerschwänzen erobert wurde. Doch die Freude währte nicht lange. Kurze Zeit später standen die Angestellten des Hostels vor der Türe, zusammen mit einem wütend aussehenden Biker. Dieser wiederum hielt den völlig zerstörten Rahmen eines kleinen Fernsehers in der Hand der gerade aus dem Fenster geflogen und dicht neben seinem Motorrad eingeschlagen war. Der Haufen war sich erst einmal keiner Schuld bewusst, auch nicht als auffiel, dass wirklich der Fernseher im Zimmer fehlte. Irgendwann entdeckte dann der Knappe, dass Elsi und Samoel sich schon seit längerem draußen auf der Feuertreppe versteckten, da wurde einiges klar...
Obwohl der Schuldige sich sofort bereit erklärte den Schaden zu zahlen und Lasterbalk beruhigend auf die Securities und die herbeigerufene Polizei (die, warum auch immer, auf der Suche nach 21 randalierenden Letten war) einwirkte, konnte er den Rauswurf der beteiligten saltatischen Musiker nicht mehr verhindern (die checkten dann als Schlagzeug, Gesang, Bass und Gitarre aus, wobei Elsi den Gesang und Falk den Bass darstellten). Der Haufen gab derweil auf dem Zimmer immer noch keine Ruhe und ließ sich aus lauter Solidarität auch noch aus dem Hotel werfen. Ich war hierbei die einzige Ausnahme weil ich ein Zimmer mit den saltatischen Technikerinnen hatte, allerdings wurde ich nachts noch vom Tourmanager der SaMos geweckt der mir mitteilte, dass unsere Bands gerade auf so tragische Weise von uns gegangen waren...
Die Jungs wiederum hatten Glück und wurden von einigen Feuerschwanzfans in deren nicht allzu weit entfernte WG mitgenommen. Den Berichten zufolge wurde es dort noch recht kuschelig....
Ich selbst wurde am nächsten Morgen von meiner Band wieder abgeholt und weiter ging's nach Wien.
Dort angekommen ließ man erstmal gemeinsam die Ereignisse der letzten Nacht Revue passieren, dann ging es auch schon in die heiße Phase der Konzertvorbereitung. Später rockte sich ein müder, aber trotzdem sehr gut gelaunter Haufen durch eine lustige Show. Die Leute in Wien waren gut drauf wie eh und je, und so kam es auch nach dem Konzert noch zu lustigen Gesprächen, während der Prinz sich Hals über Kopf in Xena verliebte.
Später fuhren wir vom Hotel aus noch zu einer großen Brauerei, wo Lasterbalk und Falk noch eine Runde als DJ auflegten. Die Aftershowparty wurde noch lang und sehr feucht-fröhlich. Elsi und ich rockten die Tanzfläche, der Prinz verlor eine mysteriöse Wette mit Lasterbalk.
Um 6 Uhr morgens kamen wir zu unserem Hotel zurück. Gerade rechtzeitig, denn eben fuhr ein Abschleppwagen um die Ecke und bog direkt auf den Firmenparkplatz einer Tierfutterkette ein, wo wir unsere Kutschen geparkt hatten - natürlich verbotenerweise, aber Sonntags sollte das ja keinen stören, oder? Naja, offensichtlich störte es schon, denn der gute Mann wollte sich gerade daran machen den kleinen Fuhrpark von Feuerschwanz und Saltatio Mortis abzuschleppen. Nach einer Stunde intensiver Verhandlungen durften wir schließlich vom Platz fahren, aber nicht ohne noch eine saftige Strafe zu zahlen. Bei der Gelegenheit stellten wir Feuerschwänze auch noch fest, dass unser Marketender Meister Simon eine der Kisten mit den T-Shirts und der Kasse im Club vergessen hatte. Wir feilen noch an der genauen Formulierung seiner Strafe, aber sie wird auf jeden Fall hart und grausam sein...
Am Morgen traf man sich nach sehr wenigen Stunden Schlaf am heute sehr kargen Frühstücksbuffet wieder. Schließlich kletterten wir in die Kutschen und nach einem kleinen Umweg zur T-Shirt-Rettung ging's wieder zurück in Richtung Heimat. Lanzeflott lenkte unsere Kutsche stumm und mechanisch wie ein Roboter. Der Haufen hing derweil komatös in den Sitzen, der Prinz kuschelte abwechselnd mit dem Knappen und mir.
Was für ein Wochenende... Wir freuen uns auf das nächste!
Viele Grüße,
Johanna von der Vögelweide





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