Aus dem geheimen Tagebuch:

18. – 20.3.2010: Kiel, Celle, Wuppertal

29.03.2010 21:58 von Johanna von der Vögelweide

Entdecke den Lemmy in dir!

Ich gebe es zu, ich bin kein Frühaufsteher, und der Rest vom Haufen schon dreimal nicht. So früh, nämlich noch vor 9 Uhr morgens, hatten wir uns schon sehr lange nicht mehr zur Abfahrt treffen müssen. Die Miezen und ich waren als erstes vor Ort, Lanzeflott, bekennender Morgenmuffel, als letztes. Trotzdem ging das Laden recht schnell, und los ging es schon zum ersten Ziel unserer Reise: Kiel. Die Fahrt war lang, sehr lang sogar. Irgendwann hatten wir Hunger, da auf der Landkarte, die eine unserer Miezen auf ihrem iPhone hervorzauberte, aber kein Gasthof zum Goldenen M zu finden war, beschlossen wir spontan eine Rast in einem Ikea Möbelhaus einzulegen. Dort gab es lecker Fleischbällchen, Kaffee, Kuchen und Eis, und der Haufen war somit wieder glücklich. Um den Verführungen der Ausstellungsräume zu entgehen, zwängten wir uns rückwärts zum Eingang wieder hinaus. Nur der Prinz und der Hauptmann nicht, die liefen die lange Markthalle durch, gingen dabei prompt der Ikea Falle ins Netz und kamen mit einer neuen Kiste und einem Handtuch für den Prinzen wieder heraus. Beides eigentlich überflüssig, aber gut. „Näfken“ wurde prompt zum neuen Kuscheltuch des Prinzen, an das er sich den Rest des Wochenendes liebevoll schmiegte.

Irgendwann kamen wir doch noch in Kiel an, und schon waren wir mittendrin im alltäglichen Tour-Prozedere von Ausladen, Aufbauen, Soundcheck und Abendbrot. Die Saltaten hatten extra den kleineren Backstageraum übernommen, dort war nämlich auch der Duschraum der Miezen. Pünktlich fanden wir uns auf der Bühne ein, wo wir schon vom Volk zu Kiel erwartet wurden. Trotz der frühen Stunde rockten wir uns gut gelaunt durch unser Programm und verließen nach heißen 45 Minuten die Bühne auch pünktlich wieder. Während der Rest der Feuerschwänze einen Ausflug auf die Suche nach dem Meer unternahm, verfolgte ich die Show der Saltatiomaten vom Lichtpult aus. Dort gibt es nämlich immer eine kleine Havanna Club Bar, heute sogar mit eigenem Barmann in Form eines Haustechnikers, der mir ein schönes Glas garniert mit Eiswürfeln servierte. Bingo!

Für die anschließende Hotelparty hatte ich übrigens selbst schon vorgesorgt und eine Flasche Havanna die bei einem der letzten Konzerte übrig geblieben war, mitgenommen. Somit riefen wir das Partyzimmer aus, das saltatische Tourmanagement steuerte eine Tüte mit Süßigkeiten und Obst bei, und es wurde gefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Im Laufe dieser Feierlichkeiten wurde ich vom ausgesprochen lästerlichen Lasterbalk dazu genötigt, den Glöckner wieder in unser Programm aufnehmen zu lassen. Zu meinem Glück nahm der Haufen das am nächsten Morgen doch besser auf als erwartet, hatten wir das Stück doch seeehr lange nicht mehr gespielt oder geprobt. Das iPhone unserer Mieze hatte für den Hauptmann auch noch den Text parat. Die erste Probe beim Soundcheck in Celle lief etwas katastrophal, die zweite ganz gut, die Miezen übten noch schnell die Choreo, und Lasterbalk war glücklich und feierte persönlich ab: BimBamBimBam!

Auch der Auftritt an sich verlief für uns durchaus sehr erfreulich. Das Volk zu Celle war für wirklich jeden Spaß zu haben und ließ die Luft in der Halle schon mal ordentlich hoch kochen.

Eigentlich wollte ich nach dem Auftritt ja entspannen, trank nur Wasser, duschte, fuhr den Haufen ins Hotel, und wollte nur noch schnell auf einen Absacker auf der obligatorischen Hotelzimmerparty, heute in Lanzeflotts Zimmer, vorbeischauen. Leider kam natürlich wieder alles ganz anders, und ich wieder erst um 5 ins Bett.

Etwas unerholt tauchte ich dann am Morgen am Frühstücksbuffet auf, dem Rest ging es nicht viel anders. Im Bus kam ich auch nicht so richtig zum Schlafen, zum Glück hatten wir heute viel Zeit und ich konnte mich vor dem Einchecken im Club noch einmal im Hotel in Wuppertal aufs Ohr hauen. Deutlich erholter kamen wir schließlich in der Börse an. Während wir noch die Räumlichkeiten inspizierten, räumte das Team vor Ort schon mal unseren Sprinter aus, sehr zu unserer Freude. Diese wurde noch größer, als wir in unserem Kühlschrank eine Flasche Havanna Club entdeckten. Vorsichtshalber versteckten wir diese erstmal, bevor jemand anderes darauf Anspruch erheben konnte, doch tatsächlich kannte der Veranstalter uns und unserer Vorlieben schon, und hatte unseren Kühlschrank entsprechend für uns bestückt.

Im Anschluss hatten wir ein längeres Gespräch mit einigen Crewmitgliedern der SaMos. Diese verlangten schon das ganze Wochenende, dass wir eine Coverversion ihres Lieblingssongs „Ace of Spades“ von Motörhead auf die Bühne bringen sollten. Aufgrund einiger vorheriger Unvorsichtigkeiten des Hauptmanns wurde uns nun vom saltatischen Lichtmann die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder Ace of Spades oder Dunkelheit auf der Bühne. Hans und Lanzeflott nahmen es gelassen und fingen sofort das Proben an. Da ein weiterer Teil der „Abmachung“ eine außerordentliche Lichtshow mit extra beleuchteten Stangen für die Miezen beinhaltete, ging die SaMo Crew sofort ans Werk, stellte Lampen um und Stangen auf. Was hatten wir noch für eine Wahl? Richtig, keine.

Die Zeit unseres Auftritts kam schneller als wir schauen konnten, und heute waren nicht nur die Augen des Publikums, sondern besonders auch die Augen der der SaMos und ihrer Crew auf uns gerichtet. So rockten wir uns brav durch unser Programm. Zumindest hatten wir heute Zeit soviel wir wollten, hatten wir ja mit dem Glöckner und „Arsch voll Met“, wie wir unser neues Meisterwerk spontan genannt hatten, gleich zwei Songs auf Wunsch unserer Hauptband im Programm. Schließlich war es soweit. Während sich am Rand der Bühne die neugierigen Saltaten versammelten, bauten die Techniker blitzschnell unsere Bühne um. Der Hauptmann bekam ganz in Lemmy Manier sein Mikrofon hochgestellt und eine Warze auf die Backe geklebt, die aber vor Schweiß gleich wieder abfiel. Die Miezen bekamen ihre Stangen angereicht, und los ging’s. Ich bin nicht sicher, in wieweit das Publikum verstand, was da gerade vor sich ging. Wir jedenfalls wurden aufgrund unseres eigenen Wagemuts so energetisch aufgeladen, dass wir noch einige Zeit nach unserem Auftritt hyperaktiv durch die Gegend schwirrten. Der Knappe und ich kletterten, um wieder einigermaßen runter zu kommen einen nahegelegenen Berg hoch und genossen die Aussicht über Wuppertal. Das saltatische Tourmanagement und Bruder Frank liefen den restlichen Abend mit Metvernichter Shirts durch die Gegend, nur Lasterbalk war sauer, weil seine Größe ausverkauft war und er „nur“ ein Met&Miezen Shirt bekam.

Die anschließende Hotelparty hatten wir uns also mehr als verdient. Heute wurde in der Hotellobby gefeiert. Es gab Havanna in noch nie dagewesenen Mengen, sogar mit Eis aus der Bar....

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie noch heute.

 

Metvolle Grüße,

Eure Johanna von der Vögelweide

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Kommentar von Der Knecht | 31.03.2010

Celle war geplant.Tickets bereits angekommen...und eine Woche vor dem Konzert dank Väterchen Frost sich n gebrochenes Sprunggelenk geholt.Schade,ich hatte mich sehr darauf gefreut den Haufen mal wieder zu erleben : (

Kommentar von Raphael | 07.04.2010

Ach das war schon ein geiler Abend in Wuppertal...
Hab mich auch sehr gefreut als ich ein paar Tage später das Live-Video von "Arsch voll Met" von euch auf Youtube gefunden hab, das war ich ne geile Sache auf der Bühne, mal sehen wann ich euch mal wieder sehe...
Bis dahin alles Gute
Raphael

Kommentar von Miguele | 14.04.2010

Der Abend in Kiel war hevorragend! Hoffentlich bleibt diese wunderbare Kapelle noch länger bestehen mit ich mich an ihrern schönen weiter so erfreuen kann wie bisher. Hoch das Horn und warme grüsse aus dem kalten Norden!
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Was ist die Summe aus 1 und 6?*