Der Haufen
Hauptmann Feuerschwanz, ein altgedienter Kreuzzugsveteran, beschloss in einer
lauen Sommernacht, dass er vom Stechen, Hacken und Morden genug hätte.
Ganz spurlos sind die Erlebnisse des Kreuzzuges allerdings nicht an ihm vorüber gegangen.
Wenn sein irres Lachen erklingt, läuft Freund und Feind ein (lustvoller?) Schauer über den Rücken.
Nach dem Beenden seiner Kampfkarriere widmete er sich ganz seinen größten Leidenschaften:
(niedere) Minne, Met und Miezen - und nicht zu vergessen, die Bezähmung der letzteren!
Im Laufe der Jahre verprasste der Hauptmann auf diese Weise nicht nur seine von den
Kreuzzügen mitgebrachte Beute sondern auch den gesamten Familienbesitz bis auf
eine alte, baufällige Ruine, die niemand mehr haben wollte, und welche er
daher kurzerhand zum neuen Hauptsitz seines geilen Haufens erklärte.
Johanna ist Walthers kleine Schwester.
Sie wollte schon immer ein richtiger Ritter werden,
aber leider ist und bleibt sie ein Mädchen.
Als nun Walther sich an einem Everlast-Keuschheitsgürtel
die Finger verstauchte sah sie ihre Chance.
Mit einem besonderen Mittelalterleibchen zum Drunterziehen,
dass Johannas Brüste versteckt, wurde aus Johanna Johann.
Nachdem sie sich nun lange Zeit in diversen Männlichkeitsritualen beweisen musste,
wobei sie den gesamten Haufen unter den Tisch trank
(nur am Wettrülpsen mit dem Knappen wird noch gearbeitet...),
sah Johanna schließlich ihre Zeit gekommen, ihre wahre Identität preis zu geben.
Nach einigen Flaschen Met war der Haufen über den ersten Schock hinweg.
Neben ihrer Tätigkeit beim geilen Haufen geht Johanna getreu der
Vögelweid'schen Familientradition auch weiterhin ihrer Profession
als Keuschheitsgürtelknacker nach, und befreit - sehr zur Freude des restlichen Haufens -
so manche verschlossene Maid aus ihrem Eisengürtel.
Wer kennt ihn nicht, den großartigen Turnierritter Sir Lanzeflott,
jedoch die wenigsten wissen, dass er wegen ständigen Lanzenlängenbetrugs
von der internationalen Turniervereinigung eine lebenslange Sperre erhalten hat.
Zudem kam dann auch noch sein König zu ihm und meinte, dass da noch Steuern aus
den letzten 10 Jahre Turniertätigkeit fällig wären. Somit kam ihm das Angebot,
bei Hauptmann Feuerschwanz und seinem geilen Haufen die Trommel zu rühren
nicht gerade ungelegen. Gleichzeitig begann Sir Lanzeflott eine zweite
Karriere als erfolgreicher Lanzenveredeler, der schon so manchem verzweifelten
Ritter die zu klein geratene Lanze in ein gar mächtiges Turniergerät verwandelte...
Einst saßen Johann und Lanzeflott bei einem Humpen Bier zusammen und überlegten,
was sie dem Hauptmann zum Geburtstag schenken könnten.
Das Fässchen Met - wie in den Jahren zuvor - konnte es nicht schon wieder sein.
Da kam Lanzeflott die rettende Idee - ein Knappe!
So etwas kann ein Ritter ja eigentlich immer gebrauchen.
Johann wurde beauftragt beim nächsten Knappenhändler ein schönes Modell auszuwählen.
Böse Zungen behaupten ja, Johann hätte sich durch die Auswahl
für so manches Saufspiel gerächt, denn der Knappe ist alles,
was man von einem Knappen nicht erwartet... aber ein klasse Saufkumpan
für Lanzeflott und Johann. Zu den täglichen Aufgaben des Knappen gehört es,
die Rüstung des Hauptmanns zu polieren, seine Kettenhemden bügeln,
mit den Zähnen seine Achselhaare rasieren und noch vieles mehr...
Prinz R. Hodenherz III. junior entstammt aus der Zeit die Richard Hodenherz
zum jährlichen Weihnachtsbesuch bei seinem kleinem Bruder am angelsächsischen
Königshof verbrachte, wo er des nächtens das Bett der Königin wärmen durfte.
Der junge Prinz entdeckte schon recht früh seine musikalische Begabung und
sein gutes Aussehen, weshalb er bei den Hofdamen auch als "Prinz Charming"
bekannt ist. Da jedoch bald keine Jungfrau am Hofe mehr vor ihm sicher war,
wurde der Prinz schließlich zur Charakterbildung auf eine ausgedehnte
Weltreise geschickt. Auf der Suche nach seinen Wurzeln traf er dabei
auf Hauptmann Feuerschwanz und seinen geilen Haufen dem er sich kurzerhand
anschloss um fürdahin die Hodenherz'sche Familientradition im Sinne seines
Vaters auf den Bühnen dieser Welt fortzuführen.
Bevor Hans den geilen Haufen traf, war er ein echter Musterknabe.
Er rauchte und trank nicht sondern zog durch die Wälder,
beschützte die Armen und Schwachen und stahl dafür von den Reichen.
Mit dem Geld rief er ein Artenschutzprojekt zur Rettung
bedrohter Fabelwesen wie Drache und Einhorn ins Leben.
Eines Tages jedoch kehrte Hans in einer Taverne ein,
wo er auf den Hauptmann und seinen geilen Haufen stieß,
ein Moment, der Hans' Leben für immer verändern sollte.
In dieser Nacht verzockte er nicht nur das ganze Geld
für sein Einhornschutzprojekt, sondern entdeckte auch
noch die Vorzüge von Met und Miezen für sich.
Kurzerhand gab er sein Heldendasein auf, und beschloss,
von nun an ein echter Schwermetallritter zu werden.
Da er dem Hauptmann nun auf Schritt und Tritt nachlief
und ihm unglaubliche Soli auf seiner E-Gitarre vorspielte,
wurde Hans schließlich beim Haufen aufgenommen und
zieht seitdem als Verteidiger des wahren Mets durch die Lande.
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IN MEMORANDUM
Wer er ist weiß keiner. Hauptmann Feuerschwanz befreite ihn aus einem
verdreckten Kerker in Ost-Jerusalem, doch und da sich trotz aller Bemühungen
die eiserne Maske des Gefangenen nicht entfernen ließ und er somit bis auf
einiges dumpfes Gebrummel keiner wirklichen Sprache mächtig war,
wurde er kurzerhand zum Faktotum der Brutsbrüderschaft.
In seiner Habe fand sich neben einigen Lumpen nur eine gar absonderliche Laute,
die mit vier dicken Stahlseilen anstelle der Saiten bespannt war.
Ihr Klang lässt Burgmauern erbeben und fährt den Jungfern regelmäßig
in den Unterleib, woraufhin dieser ekstatisch zu zucken beginnt...
Ronja, die Tochter des legendären Richard Hodenherz, wurde von ihm kurz vor seiner
Abreise nach Bagdad an den Haufen ausgeliefert. Allerdings war sie überhaupt nicht das,
was man erwartet hatte. Sie wollte weder die Ruine putzen noch die Unterwäsche des
Hauptmanns waschen, und verprügelte jeden, der anderer Meinung war.
Stattdessen wollte Ronja den Haufen bei seinen Raubzügen begleiten,
und da sie sich von nichts anderem überzeugen ließ,
stimmte der Hauptmann schließlich zu.
Ronja scheint alles in allem sehr ihrem Vater nachzuschlagen,
und wer von den Raubrittern sich nach Richards Weggang noch heimlich gefreut hatte,
dass nun mehr Met für ihn übrig bleiben würde, wurde nun bitter enttäuscht,
denn Ronja trank mindestens genauso viel wie ihr Vater.
Auch auf Flöten und Tröten steht sie Richard wirklich in nichts nach.
Dennoch entschloss sich Ronja schließlich wieder ihrem alten Räuberleben
nachzugehen und zog in den wilden Räuberwald nebenan.
Ab und an kommt sie jedoch noch zu Besuch beim geilen Haufen vorbei...
Sir Richard Hodenherz ist ein meisterlicher Schwertkämpfer und Engelands
begabtester Minneflöter. Als er auf Pilgerfahrt, naja eigentlich Kreuzzug
- beinahe in die Gefangenschaft des Sultans von Bagdad geriet und sich ein
Jahr und einen Tag in Gemächern des Harems verstecken musste,
änderte sich sein Leben radikal. Seinen Platz auf dem Thron Engelands
überließ er seinem kleinen Bruder Prinz John, der sofort die Landesfarbe
in Rosé und Neongelb änderte und Prosecco zum Nationalgetränk ausrief.
Richard schloss sich Hauptmann Feuerschwanz an und beschloss der erste
Schwermetall- Minneflöter der Geschichte zu werden.
Als schließlich die Unterhaltsforderungen der gehörnten Damen überhand nahmen,
zog Richard zurück nach Bagdad, um diese zu befriedigen.
Er hinterließ dem geilen Haufen jedoch eine unglaublich große Anzahl
an blasebegabten Nachkommen in allen Ecken der Erdenscheibe...
Walther gilt nicht nur als ein begnadeter Minnegeiger, sondern ist auch einer der berüchtigtsten
Keuschheitsgürtelknacker Südostlothringens. Doch weil er schon immer sein Scrotum Privatissimum
auch in Labore in die Waagschale zu werfen wusste, flogen seine Geschäfte auf,
als ein gehörnter Gemahl, zu früh von der Schlacht nach Hause kommend,
seine Frau unverschlossen und schwer vertieft auf Walther vorfand.
Walther, der noch immer nur das Holzschwert aus seiner Kindheit als Waffe trug,
hatte dem kalten Stahl nicht entgegenzusetzen und so zog er - als irischer Wandermönch verkleidet -
notgedrungen gen Süden, immer auf der Flucht vor den Häschern des gehörnten Ehemannes...




